Vorsicht vor Tarifoptimierern wie widge.de u.a.

Datum: 26.09.2015
Hohe Beiträge in der privaten Krankenversicherung müssen nicht sein. Sagen zumindest Tarifoptimierer wie widge.de, KVOptimal oder Minerva Kundenrechte.

Laut Paragraf 204 des Vertragsversicherungsgesetzes kann jeder Versicherte innerhalb der Gesellschaft den Tarif wechseln. Das machen sich „angebliche Berater“ zu Nutze. Sie bieten einen Vergleich der Tarife an und verlangen dann bei einem Tarifwechsel vom Kunden einen Anteil an der Ersparnis. Das hört sich erst einmal fair an.

Aber: Die meisten günstigeren Tarife haben einen Haken. Entweder ist man dann zwar privat versichert wird aber behandelt wie ein Kassenpatient oder man muss im Krankheitsfall hohe Zuzahlungen leisten. Auch das Thema Rückstellungen ist unklar. Den günstigeren Tarif bei gleichen Leistungen so wie es in der Werbung suggeriert wird gibt es nicht.

Man kann auch selbst die Tarife der privaten Krankenversicherung anfordern und dann wechseln. Jemanden der einem nur eine Liste mit Tarifen schickt braucht man nicht. Zumal der "Berater" ja ein Interesse an einer möglichst hohen Ersparnis hat. Anders als bei Beratern die auf reiner Honorarbasis arbeiten.

So sieht es auch der Bund der Versicherten. Der warnt vor diesen privaten Vermittlern: Grundsätzlich sei Vorsicht angebracht: Nicht immer sei gewährleistet, dass der Kunde den für ihn passenden Tarif bekommt. Weil sich die Höhe des Honorars an der Ersparnis bemisst, könnten Berater versucht sein, einen möglichst günstigen Tarif zu finden, ohne Rücksicht auf Leistungsverluste.

Lässt man sich nicht auf die Angebote ein wird bei Anbietern wie widge.de dem Kunden unterstellt er hätte trotzdem den Tarif gewechselt. Ein Geschäftsgebaren das in höchstem Maße unseriös ist.

Also: Finger weg von Anbietern wie widge.de u.a.. Lieber zu einem Versicherungsberater auf Honorarbasis oder zur Verbraucherzentrale gehen.
Quelle: Handelsblatt